Kandooma Zimmer
Kandooma Zimmer 312
Nachdem die unzufriedenen Kofferträger
mit den "zu wenig Dollars" ihres Weges gezogen waren, musterten wir unsere Bleibe intensiv. Sie befand sich am Ende eines Reihenbungalows im Süden der Insel, zur Lagune hin und unmittelbar am Strand.
Auf dem ganz oben stehenden Foto erkennen sie die 312 ganz vorne rechts, in der Bungalow-Reihe mit den hellgrauen Dächern, links und rechts mit einem schmalen Streifen Vegetation umgeben.
Wir hatten keine Klimaanlage bestellt und erwartungsgemäß auch keine erhalten. Stattdessen befand sich ein Ventilator in der Mitte des Raumes. Außerdem gab es zwischen Decke und Mauerwerk auf drei Seiten einen ungefähr zehn Zentimeter schmalen Spalt, durch den der Wind blies. Aber auch diese Gegebenheit konnte nicht verhindern, dass es insbesondere im Bad nach Toilette roch. :-(
Paradies mit kleinen Fehlern
Die Lage des Bungalows war einzigartig,
wenn man von der räumlichen Distanz zur Rezeption, zum Restaurant und zur Aquanaut Tauchbasis absieht. Bis zu dieser Ecke der Insel läuft man gut und gerne fünf Minuten. Zum Frühstück, zum Mittagessen, zum Abendessen, zur Tauchbasis, und dies hin und wieder auch schon einmal bei starkem Regen.
Die Lauferei hätte uns dennoch nicht abgeschreckt dieses Kandooma Zimmer zu behalten. Beunruhigt hatte uns lediglich der stets offene Spalt zwischen Mauerwerk und Decke, durch den permanent ein erfrischender Luftzug ging. Klimatechnisch gesehen eine sehr gute Idee vom Konstrukteur.
Mückentechnisch gesehen befürchteten wir jedoch eine mittlere Katastrophe, da die blutsaugenden Tierchen durch den Spalt ungehindert aus- und einfliegen konnten. Insbesondere, wenn nachts im Raum das Licht eingeschaltet gewesen wäre.
Unsere Flucht vor den Mücken
Wir wussten zwar (noch) nicht genau, wie
stark die Mückenbedrohung im Moment ist, dennoch ließ sich durch die Einflugschneise im Raum schon einiges erahnen.
Ein Mückennetz wäre ein Kompromiss gewesen. Dies wird vom Hotel auch auf Anfrage hin nicht angeboten. Es erschien jedoch so, als hätte irgendein Tourist schon einmal einen Deckenhaken in die Balken von Bungalow 312 versenkt. Möglicherweise zur Anbringung des eigenen Mückennetzes?!
Es soll erwähnt werden, dass fast alle Kandooma Zimmer im 3er Block mit Klimaanlagen ausgestattet sind (siehe Bild). Offensichtlich handelte es sich früher bei allen Bungalows um die offene Variante. Die Öffnung zwischen Decke und Mauerwerk wurde jedoch mittlerweile bei den klimatisierten Zimmern durch Holzeinsätze verschlossen.
Zimmertausch
Wir zogen die Flucht vor den Mücken vor
und baten noch am gleichen Tag an der Rezeption um ein anderes Zimmer.
Der Zimmertausch war seitens des Hotels erfreulich unproblematisch. Gegen einen Aufpreis von 70$ pro Woche wäre auch noch die Nachbuchung eines klimatisierten Bungalows möglich gewesen. Aber wir wollten nach wie vor aus gesundheitlichen Gründen bewußt auf die Klimatisierung verzichten.
Die Rezeption übergab uns die Schlüssel von 113 und 108 zur freien Ansicht der Räumlichkeiten.
Kandooma Zimmer 113
Die 113 besichtigten wir als erstes.
Erwartungsgemäß kam uns tropisch warme, abgestandene Luft entgegen, da tagsüber nicht gelüftet worden war. In der Hitze des Tages heizen sich die roten oder grauen Blechdächer der Bungalows ordentlich auf. Da half nur das schnelle Aktivieren des Deckenventilators.
Danach schauten wir uns 108 an. Hier fanden wir einen etwas muffigen Geruch vor und nahmen deshalb von diesem Zimmer Abstand.
Die Zimmernummer unserer Wahl lautete somit 113. Es liegt von der Inselmitte aus gesehen als erste Einheit des Einer-Reihenbungalows nur wenige Meter von der Rezeption, vom Restaurant und von der Aquanaut Tauchbasis entfernt. Zum Strand nahe des Kandooma-Hafens läuft man ungefähr drei Minuten.
Es sollte sich erst im Nachhinein herausstellen, dass diese Wahl für uns goldrichtig war, denn letztendlich läuft man als tauchaktiver Urlauber auf der Insel doch einiges. Hier wäre die 312 doch sehr abgelegen gewesen.
Umzug
Wir führten den Umzug von 312 nach 113
kurzerhand selber durch. Diese Aktivität erbrachte uns schnell die verblüffende Erkenntnis, dass man handelsübliche Schalenkoffer nicht auf den Sandwegen einer Malediven-Insel rollen kann. Das Erfolgserlebnis hält nämlich nur solange an, bis sich die kleinen Räder voll Sand gesetzt haben. Nun wussten wir, warum die Inselboys das Gepäck auf ihrem Kopf befördern.
Also war selber tragen angesagt. Summa summarum 48 kg Gepäck, weil wir neben unseren ABC-Ausrüstungen fürs Tauchen auch Brausetabletten, haltbare Süßigkeiten und einige Medikamente an Bord hatten. :-(
Nun, immerhin sind wir so den gierigen Kofferträgern entgangen. Nochmal diese strafenden Blicke nach dem "nur" ein Dollar Trinkgeld, das wäre zuviel gewesen. Dafür erwischte uns ein anderes Problem: Während des Umzugs kassierte Daggie ungefähr zehn Mückenstiche, obwohl noch nicht einmal die Dämmerung begonnen hatte.
Service im Kandooma Zimmer 113
Im Zimmer 113 verlebten wir schließlich
einen wunderschönen Malediven-Urlaub. Es war sehr sauber, die Handtücher wurden dreimal in der Woche gewechselt und die Bettwäsche zweimal.
Außerdem gestaltete der Roomboy für ungefähr 5$ Trinkgeld in der Woche wunderschöne Bettwäsche-Kunstwerke (siehe Bild). Jeden Tag ein anderes Design mit anderen Blumen oder Basteleien. Wir gaben Ali für seinen stets aufmerksamen Service immerhin 15$.
Ali beseitigte auch unser erstes Problem, das viel zu dicke Kopfkissen. Dicker ging es kaum. Nach unserer Anfrage beim Roomboy erhielten wir innerhalb weniger Stunden ein schlankeres Austauschkissen.
Kleine Ruhestörungen
Wen es in die Nähe der Räumlichkeiten
rund um das Hauptgebäude nebst Rezeption verschlägt, der muss am Dienstagabend (in der Nacht bis 3:00 Uhr) den hiesigen Disco-Abend einkalkulieren. Die megalaute und basslastige Musik endet offenbar erst, wenn der allerletzte trinkwillige Tourist bewußtlos vom Stuhl kippt. :-)
Irgendwann ist Taucher Deko-Treff und freitags das imposante Krabbenrennen angesagt. Auch hiervon geht schon mal die eine oder andere Beschallung aus, wovon unsere Kandooma Zimmer Nummer 113 ebenfalls betroffen war. Aber wenn man auf der Insel sportlich sehr aktiv ist, schläft man auch trotz Beschallung zügig ein. Reisende, die gerne früh zu Bett gehen und schlecht schlafen können, sollten sich einen Bungalow weiter außen geben lassen.
Eine erstaunliche Ruhestörung ging von der Kokuspalme neben unserem Zimmer aus: Verursacht durch Wind oder Regen knallte nachts hin und wieder eine der vielen Kokosnüsse vom Baum auf das Blechdach unserer Behausung. Auch so wird man ganz schnell und unerwartet wach. :-)
Mückenabwehr
Auf dem Balkon von Zimmer Nummer 113
stellten wir schon am Anfang unseres Urlaubs schmerzhaft fest, dass die Mücken auf Kandooma im Oktober zahlreich sind und gerne auch mal tagsüber stechen. Ohne Mückenschutz-Lotion geht hier unserer Ansicht nach nichts.
Wir verwendeten mehrmals am Tag und in der Nacht Autan und zum Urlaubsende hin das im Inselshop angebotene Anti-Mückenmittel (Preis 6$), um den Stichen zu entgehen, die in den Tropen schnell zu dicken, juckenden Pusteln werden. Die Mücken finden blind den Quadratmillimeter Haut, an dem das Mittel durch Abrieb, Wasser oder Schweiß nicht mehr schützt. Und sei es auf ihrer Stirn, wie bei einem Taucher, der mit uns angekommen ist. :-)
Da Stechmücken dazu neigen, sich in Räumlichkeiten zu verstecken, um danach dem schlafenden Touristen Blut zu entziehen, haben wir uns zusätzlich mit handelsüblichen Anti-Mückenmittel-Verdampfern für die Steckdose geschützt, die rund um die Uhr im Einsatz waren.
Kaltduscher
In vielen Malediven Foren werden die
Kaltwasserduschen auf Kandooma verflucht. Tatsächlich gibt es auf der Insel nur sehr wenige Bungalows mit beheiztem Wasser. Wenn vorhanden, wird diese Tatsache bei ihrem Reiseangebot explizit ausgewiesen.
Ja, es war schon eine kleine Überwindung sich unter die 28 Grad "kalte" Dusche zu stellen. Aber ist man erst einmal darunter, ist das Problem auch schon wieder gegessen. Der normale Tourist kann das Problem also durchaus ignorieren.
Das Problem erwischt jedoch engagierte Taucher: Nach regelmäßigen, täglichen Tauchgängen kühlt der Körper vom Tauchen kontinuierlich aus. Irgendwann ist es dann eben soweit, dass man sich nicht nur eine warme, sondern eine heiße Dusche herbeisehnt.
Kandooma Zimmer 113, alles in allem
Uns hat es auf Kandooma, und insbesondere
im Zimmer 113 sehr gut gefallen. Auch ohne "warme" Dusche und ohne Klimaanlage. Dennoch würden wir bei einem weiteren Urlaub die Nutzung einer Klimaanlage erwägen, da sich das Zimmer an manchen Tagen so stark aufheizt, dass man den Deckenventilator auch nachts laufen lassen muss, um schlafen zu können.
Eine Klimaanlage hält außerdem die Moskitos fern, so kann man auf Giftverdampfer weitgehend verzichten. Ein Problem sind da sicherlich die Kandooma-Bungalows mit einem offenen Bad. Hier ist der Einflug von Mücken stets gewährleistet. :-)
Insbesondere die gute Lage von Zimmer 113 hat sich als sehr vorteilhaft erwiesen. In Punkto Sauberkeit und Roomservice gab es nichts zu meckern.
Ende des Reiseberichts zum Thema Kandooma Zimmer.
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