Taucherlebnis mit dem Tsunami

Ein Bericht vom 27.12.2004 aus dem Dhivehiobserver mit der Überschrift "Tsunami Tauchbericht von Kandooma, sehr merkwürdig". Ein Tauchlehrer auf Kandooma, berichtet dem Dhivehiobserver telefonisch seine Tsunami-Erlebnisse. Aus dem Englischen übersetzt von Kandooma.info.

"Nach vier Stunden Anrufsversuchen, erreichte ich schließlich einen Tauchlehrer von der Kandooma Aquanaut-Tauchschule. Er erzählte mir am Telefon folgendes:

Am Morgen vor dem Tsunami erledigten sie ihre üblichen Arbeiten in der Tauchschule. Als sie im Tauchgebiet von Miaru Faru angekommen waren, entschied sich Hansi nicht am Außenriff zu tauchen, weil dort die Strömung etwas stärker war.

So fuhren sie zu dem Tauchplatz Kuda Giri, welches auf der Innenseite des Riffs liegt.
Der Tauchlehrer war mit einem Anfänger unterwegs und fühlte sich irgendwie unwohl, weil die Sicht dort nur 5 bis 6 Meter betrug und die Strömung sich ständig änderte. Dieses Gefühl und diese merkwürdigen Dinge, hatte er niemals zuvor auf seinen über 1000 Tauchgängen erlebt.

Beim Sicherheitstopp (am Ende des Tauchganges) in einer Tiefe von 5 bis 8 Meter wurden die beiden dann von einem Strudel nach unten gezogen, erst auf 12 Meter und dann auf 17. Sie wurden im Wasser herumgewirbelt und wussten zeitweise nicht, wo oben oder unten war.

Als sie alle wieder an der Oberfläche waren, dachten alle: „Was für ein absolut merkwürdiger Tauchgang!“ Der Bootskapitän Ahmed erzählte ihnen dann, dass sie eine ein Meter hohe Welle gehabt hätten. Sie entschieden sich zurück nach Kandooma zu fahren, und sie sahen Holz und Kanus auf ihrem Weg im Wasser treiben.

Im Hafen von Kandooma sahen sie dann, was passiert war: Der ganze Strand war weg, und das Wasser war 3 Meter höher als normal. Sogar die Farbe des Wassers im Hafenbecken besaß einen tieferen Blauton als vorher. Das ganze Wasser floss zurück in den Ozean. Sie sahen die Palmen, die alle am Boden lagen und das Wasser von der Kanalisation war hoch gewirbelt, so dass es nicht gut roch.

Der Insel-Manager hat alles sehr gut organisiert, und wartete auf einem Dhoani an der Anlegestelle. Er verteilte Rettungswesten an alle Touristen und Angestellten der Insel. Lebensmittel, Wasser und Gemüse wurden von der Insel geholt und an die Touristen verteilt. Sie wurden alle mit den Dhoanis nach Vilivaru und Bijado gebracht. Weder ein Tourist noch ein Angestellter wurde verletzt.

Die maledivischen Angestellten und die Bootsleute arbeiteten über 24 Stunden, ohne zu schlafen, um die Generatoren wieder zu in Gang zu bringen. Kandooma wird nie mehr so sein, wie vorher.

Einige Touristen wurden heute früh um 6 Uhr geweckt, um nach Male gebracht zu werden und dort abzufliegen.

Das Tauchteam wird nun alles von der Tauchschule holen und dann ebenfalls nächste Woche nach Deutschland zurück fliegen.

Die Malediver versuchen alles zu säubern, aber es wird Monate dauern, bis Kandooma wieder so aussieht wie früher. Das Wasser war ungefähr so hoch wie die Tische in den Bungalows.

Die gute Nachricht ist: Allen Menschen von Kandooma geht es gut. Cocoa Island, die Insel neben Kandooma mit dem luxuriösen Resort ist auch nicht beschädigt, ebenfalls Biyado und Villivaru nicht.

Wie dem auch sei, auf Guraidhoo brennt kein Licht. Guraidhoo braucht dringend Hilfe. Villivaru hat genügend Wasser und Zimmer für alle."

Bilder von Kandoomas direkter Nachbarinsel Guraidhoo, die von Einheimischen bewohnt wird, Seite öffnet in einem neuen Fenster.

Kandooma.info kann bis zur Stunde leider keine Gewähr für die Authentizität dieses Tatsachenberichtes geben. Die Infos aus andere Quellen beschreiben die Ereignisse jedoch teilweise deckungsgleich. Wenn sie Näheres wissen, informieren sie uns bitte über kandooma@gmail.com.

Hinweis: Die dargestellten Sachverhalte stellen die persönlichen und somit subjektiven Erlebnisse des Augenzeugen dar. Kandooma.info kann keine Gewähr für die Richtigkeit der gemachten Angaben übernehmen.

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