Kandooma Essen
Urlaub geht durch den Magen
Über das Essen auf den Malediven-Inseln
werden ganz unterschiedliche Dinge berichtet. Der eine Urlauber schwärmt von vielfältigen Köstlichkeiten, der andere berichtet von Huhn- und Fischgerichten mit muffigem Geruch.
Wir trafen auf Kandooma sogar Gäste, die auf anderen Inseln in früheren Urlauben gar erbärmlich hungern mussten. Die betreffende Insel soll jedoch nicht genannt werden. In den letzten Jahren hat es hier offensichtlich eine Trendwende gegeben. Getreu dem Motto "ein Taucher den man schlecht füttert ..." :-)
Ein paar Anmerkungen vorab
Über das Kandooma Essen lasen wir im
Internet vorab unterschiedliche Meinungen. Wobei es eine Gruppe von Essern gibt, die scheinbar in jedem Hotel und überall auf der Welt einmal die mangelnde Vielfalt und ein anderes Mal den schlechten Geschmack rügen.
Werden die Speisen in Buffet-Form präsentiert, so ist die übliche Formulierung in Reiseberichten, dass sich das Essen spätestens in der zweiten Woche wiederholt und eintönig wird. Natürlich stellt sich hier die Frage, ob man allein wegen des Essens auf die Malediven kommt ...
Buffet vs. bedient werden
Wir hatten Vollpension gebucht (engl.: full
board). Zum Zeitpunkt unserer Ankunft wurden die Hauptmahlzeiten mittags und abends regulär am Tisch serviert. Nur selten war Buffet angesagt. Der große Urlauberansturm soll dann in unserer zweiten Woche dafür gesorgt haben, dass diese Regelung fiel und nur noch Buffet angeboten wurde.
Hierzu gibt es unterschiedliche Meinung. Der eine bleibt gerne sitzen und wird bedient, der andere schaut lieber erst einmal selbst wie das Essen aussieht und bedient sich am Buffet.
Festzuhalten bleibt, dass es auch bei der Bedienung am Tisch immer ein alternatives, beziehungsweise vegetarisches Gericht gibt, das beim Ober angefordert werden kann.
Was sie vom Kandooma Essen erwarten können
Bei einer Hotelkategorie von drei Sternen
(***) erwarteten wir ein eher mittelmässiges bis schlechtes Essen, zumal die Malediven ja auch eher für exzellente Tauchplätze bekannt sind. Gutes Essen vermuteten wir hier zunächst einmal nicht.
Jedoch wurden wir auf Kandooma angenehm positiv überrascht. Das Essen ist grundsätzlich von sehr guter Qualität und gutem Geschmack. Wer Fisch mag, der kommt hier auf seine Kosten, ob gegrillt, gebraten oder gedünstet. An Buffetabenden werden hin und wieder mehrere ganze Fische am Stück (Länge ca. 60 cm) auf Holzkohle gegrillt und serviert. Der scharfe Fischcurry gehört ebenso zum Standardessen auf Kandooma, wie das Fischgulasch. Dazu werden Reis oder Kartoffeln gereicht.
Aber auch der Fischverweigerer muss auf Kandooma glücklicherweise nicht hungern. Man sagt, Kandooma habe einen italienischen Koch. Das muss so sein, denn die täglich servierten Nudelgerichte (Lasagne, Nudeln mit Tomatensoße, etc.) schmecken tatsächlich wie beim Italiener an der Ecke. Pizza ist ebenfalls im Angebot. Wenn kein Buffet angesagt ist, dann fungieren die genannten italienischen Gerichte oft als leckere, aber auch üppige Vorspeisen.
Aus religiösen Gründen wird auf den Malediven grundsätzlich kein Schweinefleisch verarbeitet, dies darf nicht einmal eingeführt werden. Auf Kandooma werden jedoch Huhn- und Rindfleisch serviert. Unter Anderem gibt es hin und wieder Rindersteaks und Hähnchenkeulen und -spieße mit Zwiebeln und Paprika.
Vor- und Nachspeisen
Egal ob Buffet oder serviertes Essen, die
Vorsuppe ist aus dem kandoomischen Speiseplan nicht wegzudenken. Ob Tomatensuppen, Gemüsesuppen, Pilzsuppen, Hühnersuppen und noch einige undefinierbare Varianten, die sich im Geschmack nicht selten ähnelten. Dazu Croutons (frittierte Brotstücke) zum untermengen.
Als Nachspeise trafen wir vor allem Kokosstücke, Bananen und allerlei andere, teils exotische Früchte an. Abgerundet wurde dies durch eine große Palette von Puddings, in den Ausprägungen Schokolade, Vanille und diversen Fruchtvarianten, die unterschiedlich intensiv schmeckten. Zudem gab es einfachen Kuchen. Die angerichteten Süßspeisen bekommt man zuhause sicher besser hin. Aber dafür war die Auswahl, insbesondere am Buffet, sehr umfangreich.
Getränke zum Essen
Im Rahmen der gebuchten Verpflegung sind beim Mittag- und Abendessen keine Getränke enthalten. Die Ausnahme waren der Kaffee bzw. der Tee nach dem Essen. Dieser wurde vom Ober jedoch nicht unbedingt automatisch angeboten. Wir mussten oft selbst danach fragen.
Die ansonsten am Tisch bestellten Getränke waren kostenpflichtig. Wir hatten auf Kandooma eine große Auswahl zwischen der obligatorischen 1,5 Liter Flasche Wasser (ca. 2$), verschiedenen Bieren (ca. 4$), Softgetränken (ca. 2$) und sogar einer Anzahl Weinen (ab 15$). Bezahlt wurde stets per Quittung und Unterschrift.
Frühstück
Zum Frühstücksbüffet gab es eine Anzahl
verschiedener Fruchtsäfte, Croissants, Weißbrot, kleine Brötchen, Würstchen und Müsli. Als Brotaufstrich befanden sich verpackter Käse, Konfitüre, Honig und andere Dinge im Angebot.
Der Kaffee oder Tee, wahlweise mit Milch, wird vom Ober serviert. Er nahm auch die Bestellung von Eiern oder Omletts entgegen, die auf den Wunsch des Gastes zubereitet wurden. Auch diese im Preis eingeschlossene Serviceleistung wurde uns nicht von Ober angeboten, wir mussten explizit nachfragen und bestellen.
Sitzordnung
Das Kandooma Restaurant verfügte in unserem Urlaub ausschließlich über Vierertische. Wenn die Tische nicht komplett besetzt waren, wurden Gäste hinzugesetzt.
Es gab im Restaurant eine sehr strenge Zuteilung von Sitzplätzen. Bei unserem ersten Erscheinen im Restaurant, erfolgte die einmalige Zuweisung zu einem Tisch, an dem wir in den folgenden 14 Tagen zu sitzen hatten. Diese Einteilung ist den Obern offenbar heilig, eine Änderung im Nachhinein nur schwer möglich.
Der Vorteil des immer gleichen Tisches war, dass man nicht aufgebrauchte Getränke ohne Bedenken auf dem Tisch stehen lassen konnte. Das galt beispielsweise auch für mitgebrachtes Nutella, das es sogar im Inselshop zu kaufen gab. Als Grundausstattung eines jeden Tisches standen zwei Flaschen Ketchup in verschiedener Schärfe bereit.
Trinkgeld für den Ober
Die Richtschnur für die Ober und Room-
Boy Trinkgelder war laut Reisleitung fünf Dollar pro Woche.
In einigen Kandooma Reiseberichten liest man insbesondere von unfreundlicher Bedienung im Restaurant. Es ist nicht auszuschließen, dass Urlauber es hier mit einem vom Trinkgeld enttäuschten Ober zu tun hatten. Es ist auch unsere Erfahrung, dass man sich eine freundliche Restaurant-Bedienung auf Kandooma mehr oder weniger erst erkaufen musste.
Es ist daher unbedingt ratsam, den Ober direkt am Anfang und dann noch einmal am Ende der ersten Woche mit Dollarnoten zu erfreuen. Wobei die vom Reiseleiter genannten fünf Dollar aus unserer Sicht nur einen unteren Schwellwert darstellen.
Kandooma Essen und die Verträglichkeit
Wir hatten keinerlei Probleme mit der Verträglichkeit des Essens auf Kandooma. Kein Vergleich zu Ländern wie Ägypten oder Tunesien. Aus unserer Sicht war alles gut bekömmlich.
Dadurch dass schwere Bratensoßen in der Inselküche weitgehend fehlten und wir zugleich sportlich aktiv waren (schwimmen, schnorcheln und tauchen), neigten wir in diesem Urlaub erfreulicherweise eher zum Ab- als zum Zunehmen. :-)
Kandooma bietet eine solide Küche. Solange sie keine ungewöhnlich hohen Feinschmeckeransprüche haben, werden sie auf der Insel nicht hungern müssen. Alle anderen sollten vielleicht besser zu einer vier oder fünf Sterne Insel greifen.
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